Ein Siphon, der unter dem Waschbecken oder der Spüle seinen Dienst verrichtet, ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Rost, Abnutzung und Materialermüdung können im Laufe der Jahre ihren Tribut fordern. Doch wenn der Siphon durchgerostet ist und Wasser ungehindert austritt, stellt sich schnell die Frage: Wer übernimmt die Kosten für die Reparatur oder den Austausch?
Siphon durchgerostet: Wer ist für den Austausch zuständig?
Welche der beiden Mietparteien für den Schaden aufkommen muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier ist ein Überblick:
- Verschleiß und Abnutzung: Wenn der Siphon einfach durch die Jahre, die er schon genutzt wurde, kaputtgeht, dann liegt das meistens in der Verantwortung des Vermieters. Es ist ganz normal, dass Sachen sich abnutzen, und nach dem Gesetz (speziell § 535 BGB) ist der Vermieter dafür zuständig, die Wohnung oder das Haus in gutem Zustand zu halten.
- Kleinreparaturklausel im Mietvertrag: In vielen Mietverträgen steht eine Regel, die besagt, dass der Mieter bei kleineren Reparaturen selbst aufkommen muss. Das betrifft oft Sachen, die nicht so teuer sind – so zwischen 75 und 100 Euro pro Reparatur. Ist so eine Klausel im Vertrag, muss man als Mieter darauf achten, dass man sie nicht überschreitet.
- Falsche Handhabung oder unsachgemäße Nutzung: Wenn der Siphon durch unsachgemäße Nutzung kaputtgeht – zum Beispiel, weil man Sachen in den Abfluss geworfen hat, die da nicht reingehören oder aggressive Reinigungsmittel verwendet wurden – dann muss in der Regel der Mieter dafür geradestehen. Es ist wichtig, den Siphon und die Rohre immer ordentlich zu behandeln, damit es nicht zu solchen Schäden kommt.
Wie wird der Schaden nachgewiesen?
Um Streitigkeiten zu vermeiden, ist es wichtig, den Schaden genau zu dokumentieren. Fotos vom defekten Siphon und eine schriftliche Meldung an den Vermieter sind sinnvoll. Sollte es zu Uneinigkeiten kommen, kann ein Sachverständiger beurteilen, ob es sich um normalen Verschleiß oder unsachgemäße Nutzung handelt.
Was tun, wenn der Vermieter nicht zahlt?
Weigert sich der Vermieter, die Kosten zu übernehmen, obwohl es sich eindeutig um einen Verschleißschaden handelt, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Einvernehmliche Lösung suchen: Oft lässt sich ein Kompromiss finden. Eine freundliche Nachfrage oder das Angebot, sich die Kosten zu teilen, kann helfen.
- Mietminderung prüfen: Ein defekter Siphon kann unter Umständen als Mangel gelten, der zur Mietminderung berechtigt. Dies sollte jedoch erst nach rechtlicher Beratung in Anspruch genommen werden.
- Rechtliche Schritte einleiten: Wenn alle Stricke reißen, kann ein Gang zum Mieterschutzbund oder ein Anwalt helfen. Eine rechtliche Beratung klärt, ob eine Klage sinnvoll ist.

amedeoemaja/shutterstock.com
Wie kann man vorbeugen?
Ein Siphon hält nicht ewig, aber mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man seine Lebensdauer verlängern:
- Regelmäßige Reinigung: Ablagerungen und Haare sollten regelmäßig entfernt werden, um Verstopfungen und Korrosion vorzubeugen.
- Schonende Reinigungsmittel: Aggressive Chemikalien greifen das Material an. Besser sind milde Reiniger oder Hausmittel wie Essig und Backpulver.
- Aufmerksam bleiben: Kleine Undichtigkeiten oder Roststellen rechtzeitig erkennen und beheben lassen, bevor es zu einem größeren Schaden kommt.
Wie entsteht eigentlich Rost am Siphon?
Ein Siphon ist ein gebogenes Rohr, welches entweder unter dem Waschbecken, unter der Spüle oder in der Badewanne oder Dusche montiert ist und sicherstellt, dass unangenehme Gerüche aus der Kanalisation nicht ins Badezimmer oder in die Küche gelangen. Über die Zeit können Wasser, Kalk und Reinigungsmittel dem Material zusetzen. Besonders bei Metall-Siphons ist Rost keine Seltenheit. Kunststoffmodelle sind hier weniger anfällig, können aber ebenfalls spröde und undicht werden.
Fazit
Ein durchgerosteter Siphon ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Wer für die Kosten aufkommen muss, hängt von den Umständen ab – Verschleiß, Nutzung und der Mietvertrag spielen hier eine entscheidende Rolle. Ein offenes Gespräch mit dem Vermieter und eine gründliche Dokumentation helfen, Streitigkeiten zu vermeiden. Mit der richtigen Pflege lässt sich die Lebensdauer eines Siphons zudem deutlich verlängern.